icon klammerVernünftig glauben


Das Arbeits- und Lernbuch für den katholischen Religionsunterricht

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Anknüpfend an die theologische Tradition ist es auch im katholischen Religionsunterricht ein zentrales Anliegen, bei der Bearbeitung der Themen und Fragestellungen sich immer wieder zu vergewissern, inwieweit es tatsächlich vernünftig ist zu glauben.

Anselm von Canterbury (1033-1109), einer der bedeutendsten Theologen des Mittelalters benannte in der Vorrede zu einem seiner Hauptwerke Proslogion das wesenliche Anliegen der Theologie. Das Verhältnis von Glaube und Vernunft ist dadurch bestimmt, dass der Glaube nach Einsicht sucht (fides quaerens intellectum). Hierbei bietet das Schulbuch Vernünftig glauben Hilfestellung an.

Vernünftig glauben ist als Lernbuch so konzipiert, dass auch Schülerinnen und Schüler selbst – ausgehend von persönlichen Fragestellungen und Perspektiven in Sachen Religion – eigene Lernentscheidungen treffen und ihre Lernwege gehen können.

In dem Maße, wie sie dem Angebot von Vernünftig glauben – auch in ihrer Lerngruppe – folgen, wird die Qualität des gemeinsamen und persönlichen Lernens zunehmen.

Vernünftig glauben ist in 38 Module in zehn Kapiteln eingeteilt. Jedes dieser Module beginnt mit einer ersten Annäherung an das Thema bzw. die jeweilige Fragestellung und entfaltet diese in verschiedenen Materialgruppen. Unter der abschließenden Rubrik Wenden Sie Ihr Wissen an können erworbene Kompetenzen und Kenntnisse erprobt werden.

Wesentlicher didaktischer Schlüssel des Lernbuches sind die in den Materialgruppen platzierten Arbeitsanregungen bzw. Lernaufgaben, deren Aufbau und Funktion im Anhang des Buches ausführlich erläutert werden. Sie ermöglichen den Schülerinnen und Schülern auf vielfältige Weise eine Erschließung der Inhalte.

Die Arbeitsanregungen sind zweifach strukturiert:

  • Zum einen gibt es in der Regel jeweils drei Bearbeitungsschritte auf unterschiedlichen Kompetenzniveaus; diese sind farblich markiert: Einstieg, Weiterarbeit, Vertiefung.
  • Zum anderen werden auf den einzelnen Kompetenzniveaus jeweils drei Anforderungsbereiche (Reproduktion, Reorganisation und Beurteilung) unterschieden.

Im Laufe des Lehr-Lern-Prozesses werden die Lernenden in Rücksprache mit ihrer Religionslehrkraft feststellen, welches Kompetenzniveau für sie angemessen ist. Die drei Anforderungsbereiche sollten sie immer im Blick haben.

Wie jedes andere schulische Lernbuch bietet Vernünftig glauben gleich zu Beginn ein Repertoire spezifischer Methoden, die die Schülerinnen und Schüler im Laufe der Arbeit mit dem Buch immer wieder anwenden und einüben können. Schließlich finden sie am Ende des Bandes die Erläuterungen zu einer Reihe zentraler Begriffe, die innerhalb des Buches mit einem * gekennzeichnet sind.

Inhalte

Das Unterrichtswerk Vernünftig glauben ist für alle deutschen Bundesländer (außer Bayern) ausgelegt. Zugelassen ist es in 20 Erzdiözesen bzw. Bistümern. Wegen der Vielzahl der länderspezifischen Bildungsplankonzepte orientiert sich das Unterrichtswerk an den Rahmenplänen der Deutschen Bischöfe mit seinen Vorgaben für alle Bildungspläne des katholischen Religionsunterrichts in Deutschland.

Die zehn Kapitel decken das gesamte inhaltliche Spektrum des Religionsunterrichts ab und entfalten es in 38 Modulen. Diese modulare Struktur ermöglicht es, eine den länderspezifischen Schwerpunkten angemessene Auswahl zu treffen und entsprechende Lernsequenzen zu erstellen. Als Hilfestellung finden sich auf der Seite der Westermannverlagsgruppe finden sich länderspezifische Synopsen, in denen praxistaugliche Vorschläge für eine solche Kompilation gemacht werden.

  1. Wirklichkeit - die eine oder unendlich viele?
  2. Mensch auf dem Weg zu Gott?
  3. Religion - was den Menschen unbedingt angeht
  4. Gott - offenbarte Verborgenheit
  5. Die Bibel - glauben und verstehen
  6. Jesus - der Christus?
  7. Kirche - Einheit in Vielfalt
  8. Zukunft - Zeit und Ewigkeit
  9. Ethik - vernünftig und frei handeln?
  10. Religion - in Staat und Gesellschaft

Interreligiöses Lernen

Ein zentrales neues Konzeptionselement ist die Rubrik Perspektiven im Dialog. In einer farblich hervorgehobenen Materialgruppe innerhalb eines jeden Kapitels wird der interreligiöse Perspektivenwechsel ermöglicht.

Perspektiven im Dialog zeigt eine interreligiöse Dimension/„Stellungnahme“ zum Thema des Großkapitels in einer anderen Religion auf. Im Gesamtband erfolgt eine gleichmäßige Verknüpfung mit Judentum, Islam, Hinduismus, und Buddhismus.

Aufgabenkultur

Bei der Weiterentwicklung des Konzeptes des Unterrichtswerkes Vernünftig glauben wurde die deutliche Profilierung der Lernaufgaben im Sinne einer mathetisch geprägten Aufgabenkultur umgesetzt. Diese orientiert sich an den folgenden zehn Merkmalen:
  1. Der didaktische Schlüssel für einen kompetenzorientierten Unterricht liegt in der Qualität der Lernaufgaben.
  2. Diese Lernaufgaben sind so gestaltet, dass Schülerinnen und Schüler klar erkennen können, was von ihnen erwartet wird.
  3. Lernaufgaben dienen der Erarbeitung von Inhalten und dem Erwerb von Kompetenzen. Von Prüfungsaufgaben oder Evaluationsformaten sind sie klar zu unterscheiden.
  4. Lernaufgaben ermöglichen Schülerinnen und Schülern ein weitestgehend selbstgesteuertes Arbeiten. Sie können zugleich auch in der Lerngruppe bearbeitet werden.
  5. Lerngruppen sind schon immer heterogen. Dieser Situation tragen Lernaufgaben insofern Rechnung, als sie den Lernenden in einem definierten bzw. vorgegebenen Rahmen eine Reihe von unterschiedlichen Lernwegen anbieten (Binnendifferenzierung). Als Bezugsrahmen dient immer die jeweilige Materialgruppe.
  6. Die Differenzierungen beziehen sich sowohl auf das kognitive Anspruchsniveau der Lerngegenstände bzw. Inhalte als auch auf die unterschiedlichen Kompetenzniveaus der Lernenden.
  7. Die drei Anforderungsbereiche (Reproduktion, Reorganisation und Beurteilung) werden daher mit den drei Bearbeitungsschritten (einsteigen, weiterarbeiten, vertiefen) kombiniert.
  8. In diesen drei Bearbeitungsschritten müssen immer alle drei Anforderungsbereiche anklingen. Auch schwache Schüler und Schülerinnen müssen sich im Anforderungsbereich Beurteilung üben können. Gute Schülerinnen oder Schüler werden bearbeiten alle drei Bearbeitungsschritte meistern.
  9. Lernaufgaben sind vorrangig mit Operatorenverben konstruiert. Diese sind in aller Regel der Liste aus den EPA entnommen. Es werden daher durchaus auch andere Verben verwendet. Fragesätze (W-Fragen) kommen lediglich in gut begründeten Ausnahmefällen zum Einsatz.
  10. Bei der Konstruktion von Lernaufgaben wurde stets auf die kognitive Aktivierung der Schülerinnen und Schüler geachtet. Die Matrix der Forschungsgruppe von Professor Thorsten Bohl (vgl. Pädagogik 5/2015, Seite 28ff.) bietet eine gute Hilfe für die Überprüfung dieser Vorgabe.

Methoden

Das Unterrichtswerk Vernünftig glauben bietet den Schülerinnen und Schülern für die Bearbeitung der Themen und Materialien 14 Methoden an, die für den Religionsunterricht spezifisch ausgerichtet sind:

  • Textquellen interpretieren und analysieren
  • Texte erschließen
  • Biblische Texte kreativ erschließen
  • Lehramtliche Texte lesen
  • Bilder (der Kunst) interpretieren
  • Karikaturen analysieren
  • Mit Filmen arbeiten
  • Kirchenräume erkunden
  • Das Internet nutzen
  • Visualisieren und darstellen - Mindmaps
  • Visualisieren und darstellen - Concept Maps
  • Lernprodukte erstellen
  • Podiumsdiskussion
  • Sach- und Werturteile formulieren

Lexikon

Im letzten Teil von Vernünftig glauben findet sich ein Lexikon, in dem zentrale Begriffe prägnant erläutert werden. Auf diese Weise wird ein konsistentes Elementarwissen angeboten, das bei der Bearbeitung der Lernaufgaben herangezogen oder zur persönlichen Vertiefung  genutzet werden kann.

Kommentarband für Lehrkräfte

Ein umfangreicher Kommnetarband für Lehrkärfte ist in Vorbereitung.